Funktionen
Ein Portal für App-V, MSIX und App Attach, dazu Richtlinien für den Arbeitsplatz und ein Agent, der beides auf das Gerät bringt. Was hier steht, ist im Administrationshandbuch beschrieben und im Testbett mit Arbeitsplätzen, Terminalservern und einem Zwei-Knoten-Cluster im Einsatz.
App-V-Publishing kostenfrei
Der Ersatz für den Microsoft App-V Publishing Server, kostenfrei mit dem Microsoft App-V-Client. Die Clients erhalten per Gruppenrichtlinie die neue Adresse, sonst ändert sich nichts.
Einrichtung in zwei Zeilen: Veröffentlichung https://<portal>:<port>/AppVPublishing, Reporting https://<portal>:<port>/AppVReportReceiver — per Gruppenrichtlinie unter System → App-V oder mit Add-AppvPublishingServer. Den ganzen Weg samt Empfehlung zu Shared Content Store beschreibt das Administrationshandbuch.
- Pakete von der Freigabe einlesen, veröffentlichen, zurückziehen, Versionen aktualisieren
- Verbindungsgruppen mit Reihenfolge, optionalen Paketen und Versionen
- Zuweisung an AD-Gruppen, für Geräte und Benutzer getrennt
- Bereitstellungs- und Benutzerkonfiguration (DeploymentConfig, UserConfig) im Editor bearbeiten
- App-V-Reporting: Nutzungsdaten der Clients empfangen und auswerten
- Migrationsskripte lesen Pakete, Gruppen und Zuweisungen aus dem bestehenden App-V-Server
- Alle Vorgänge auch per PowerShell, die Cmdlets folgen den App-V-Server-Cmdlets
MSIX- und App-Attach-Publishing Agent
Derselbe Mechanismus wie bei App-V: Pakete liegen auf der Freigabe, das Portal verwaltet Katalog und Berechtigungen, der ZeroPortal-Agent holt ab und liefert aus. Moderne Paketformate für Arbeitsplätze, Terminalserver und VDI.
- Herstellerpakete und eigene Pakete gleichermaßen: Anwendungen, die Sie selbst repaketiert haben, etwa mit dem MSIX Packaging Tool, werden wie jedes andere MSIX-Paket importiert und verteilt
- Import von
.msix,.appxund Bundles aus dem Repository, Abhängigkeiten und Frameworks werden erkannt und mitverteilt - Store-Anwendungen, die Sie mit
winget downloadgeholt haben, samt Lizenzdatei importieren und ohne Store an Geräte verteilen - Berechtigungen an AD-Gruppen und -Konten, Portalgruppen, interne Konten sowie Geräte und Benutzer aus dem Enrollment
- App-Attach-Images (CIM, VHDX) erzeugt das Portal selbst und legt sie neben dem Paket ab
- Bereitstellungsformat je Richtlinie: MSIX-Installation oder App Attach, Wechsel ohne Verlust der Anwendungsdaten
- Downgrade nur mit ausdrücklicher Freigabe, Self-Heal bei entfernten Paketen, Frameworks werden nur zurückgezogen, wenn sie niemand mehr braucht
- In-Use-Schutz: Auf Terminalservern wird nichts zurückgezogen, solange eine Anwendung läuft
Richtlinien für den Arbeitsplatz (Digital Workplace) Agent
Richtliniensätze bündeln Richtlinien für ein Szenario, etwa Terminalserver, VDI oder Notebooks. Der Geltungsbereich entscheidet, wo und für wen sie gelten.
- Filter für den Geltungsbereich: Gruppe, Organisationseinheit, Computername, IP-Bereich, Variable, Betriebssystem, Terminalserver, Zeitfenster, Registry, Datei
- 21 Vorlagen, darunter Bereitstellungsregeln, Paket-Downgrade, Agent-Konfiguration, Desktop (Design, Dark Mode, Symbole, Aufräumen), Laufwerke, Drucker, Verknüpfungen, Umgebungsvariablen, Ordner, Dateien kopieren und transformieren, Skripte, Dienste, Registrierung, geplante Aufgaben, Internet und Proxy, Microsoft Store
- Desktop-Info-Overlay als Ersatz für BGInfo, Visual Effects, Laufwerkssichtbarkeit, RDS- und VDI-Lockdown
- Import aus Gruppenrichtlinien-Einstellungen (GPP): Laufwerke, Verknüpfungen, Umgebungsvariablen, Drucker, Ordner und Registrierung; die importierten Richtlinien kommen abgeschaltet an
- Skripte werden per Hash gesichert, der Agent prüft vor der Ausführung
- Revisionen je Richtlinie; Historie und Wiederherstellung per PowerShell und REST-API, RSoP-Vorschau („was gilt für dieses Gerät?“) per REST-API
- Export und Import von Bausteinen; eigene Vorlagen als
.zppxlegen Sie auf dem Server ab
Der ZeroPortal-Agent
Ein Windows-Dienst mit Tray-Symbol auf jedem Gerät. Er holt Zuweisungen und Richtlinien ab, installiert, aktualisiert und räumt auf.
- Abgleich im Geräte- und im Benutzerkontext, Anmeldung per Kerberos mit dem Computer- bzw. Benutzerkonto
- Kein eingehender Port: Der Agent meldet sich beim Portal und bei der Freigabe, sonst nirgends
- Hochverfügbarkeit steckt im Agenten: Er kennt alle Portal-Knoten aus der Gruppenrichtlinie, wählt auf Wunsch zufällig, wechselt bei Ausfall selbst und sperrt einen ausgefallenen Server für eine einstellbare Zeit. Kein Load Balancer, kein gemeinsamer Name, kein zusätzlicher SPN
- Benachrichtigungen mit Fortschritt, Zeitmessung je Paket, Tray-Menü mit Paketliste und manuellem Abgleich
- Per Gruppenrichtlinie gesteuert: Die mitgelieferte ADMX-Vorlage bringt 25 Einstellungen: Publishing-Server und die drei Sync-Schalter, HA-Failover, Synchronisierung (Intervalle, Computer- und Benutzer-Sync, Richtlinienaktualisierung, Paketquelle), Authentifizierung (Registrierungstoken) und Diagnose (Protokollstufe, Protokollpfad). Die Agent-MSI liegt im Download-Center des Portals, die Vorlage wird mit dem Agenten installiert
- Die Einstellungen des Agenten lassen sich per Gruppenrichtlinie setzen oder lokal mit
Set-ZPAgentConfiguration; Publishing-Server und Registrierungstoken kommen über die Gruppenrichtlinie oder eigene Cmdlets - Geräte ohne Domäne über Enrollment-Token oder API-Schlüssel
Identität und Rechte
- Single Sign-on (SSO): Anmeldung ohne Passwortabfrage mit dem Windows-Konto per Kerberos, Rechte an AD-Gruppen
- Portalgruppen, interne Konten und ein Notfallkonto für Umgebungen ohne Domäne
- Rechte je Bereich: App-V, Berichte, MSIX, Richtlinien, Downloads, Konfiguration, Hochverfügbarkeit und Knoteneinstellungen, je mit der Stufe Keine, Lesen oder Verwalten. Die Rechteverwaltung selbst bleibt den Voll-Administratoren vorbehalten
- API-Schlüssel für Automatisierung und Geräte außerhalb der Domäne, Enrollment-Token für die Erstanmeldung
- Audit-Protokoll für Kontoänderungen, Anmeldungen mit dem Notfallkonto und Systemmeldungen
- E-Mail-Benachrichtigungen, einzeln schaltbar, unter anderem bei ablaufenden Zertifikaten, Lizenzproblemen, nicht erreichbarer Datenbank, ausgefallenen Knoten und gestoppter Replikation
Hochverfügbarkeit
- Primary und Replica mit MariaDB-Replikation, eingerichtet über den Replikations-Assistenten im Portal
- Die Replica bedient Weboberfläche und Agenten, Schreibvorgänge leitet sie unbemerkt an den Primary weiter
- Agenten wechseln bei Ausfall selbstständig auf den nächsten Knoten. Load Balancer, gemeinsamer DNS-Name oder eigener SPN sind dafür nicht nötig; wer sie hat, kann sie nutzen
- Update Knoten für Knoten im laufenden Betrieb, unterstützt durch den Wartungsmodus je Knoten; Zustandsübersicht mit Heartbeat und Replikationsverzögerung
Betrieb und Automatisierung
- PowerShell-Modul mit 88 Cmdlets für Pakete, Verbindungsgruppen, Zuweisungen, Richtlinien, Gruppen, Rechte, Lizenzen und Sicherung
- REST-API hinter nahezu jeder Funktion der Weboberfläche
- Sicherung und Wiederherstellung der Konfiguration: Pakete, Zuweisungen, Richtlinien, Gruppen und Rechte. Berichtsdaten und knotenlokale Einstellungen bleiben außen vor. Zusätzlich Export als Skript
- Installation per MSI mit Konfigurationsassistent, .NET-Laufzeit enthalten, MariaDB ab 11.8, empfohlen die LTS-Reihen 11.8 und 12.3. ZeroPortal wird laufend gepflegt: Wechselt MariaDB die LTS-Reihe oder .NET die Version, zieht ZeroPortal mit
- Weboberfläche in Deutsch und Englisch, Logs unter ProgramData, Audit und Benachrichtigungen
Lizenzierung
- 30 kostenfreie Lizenzen sind in jeder Installation enthalten und laufen nicht ab
- Gezählt werden Benutzer oder Geräte, die sich in den letzten 90 Tagen gemeldet haben, der Modus ist wählbar
- ZeroPortal zählt, es blockiert nicht: Bei Überschreitung läuft die Verteilung weiter, das Portal meldet per E-Mail
- Lizenzdateien sind signiert und werden im Portal hochgeladen, mehrere Dateien addieren sich
- Die Pro-Lizenz ab 5 € je Benutzer und Jahr (netto zzgl. MwSt., Mengenstaffel ab 8 €) enthält den Agenten; Produktsupport ab 20.000 Benutzern, darunter Support als Paket oder nach Zeit