Stand September 2026 (Server 1.0.31, Agent 1.0.36)

Geräte ohne Domäne (API-Key)

1. Was ist das?

ZeroPortal authentifiziert Geräte und Benutzer standardmäßig per Kerberos; ein Domänenmitglied braucht dafür keine Schlüsselverwaltung. Dieses Dokument beschreibt den zweiten Weg für Geräte, die keiner Domäne angehören – Arbeitsgruppenrechner, ein Gerät in einer Filiale ohne Domäne, das Notebook eines Dienstleisters.

Sie erzeugen im Portal ein Rollout-Token. Das Token ist kein Geheimnis – es erlaubt nur, einen eigenen Schlüssel anzufordern, und darf deshalb in einer Installationszeile mitreisen. Beim ersten Abgleich tauscht der Agent es gegen einen dauerhaften Maschinenschlüssel; ein lokal angemeldeter Benutzer erhält zusätzlich einen eigenen Benutzerschlüssel. Damit bezieht das Gerät Pakete und Richtlinien wie ein Domänenmitglied und erscheint im Portal unter Bekannte Clients.

Der Weg ist experimentell: funktionsfähig, aber für Pilotinstallationen und Einzelgeräte gedacht, nicht für einen Großrollout. Er liefert MSIX-Pakete im Benutzerkontext; App-V, App Attach und maschinenweite Installationen sind auf solchen Geräten nicht möglich (Abschnitt 4.4).

2. Wozu ist das gut?

Ein Portal bedient Domänenclients per Kerberos und schlüsselbasierte Clients nebeneinander.

3. Wie nutze ich das?

Voraussetzungen:

Punkt Detail
Netzwerk Das Gerät erreicht den HTTPS-Port des Portals (z. B. 8080). Ohne DNS genügt ein Eintrag in der hosts-Datei.
Zertifikat Das Gerät muss dem TLS-Zertifikat des Portals vertrauen (Abschnitt 3.2).
Paketzugriff Ein Lese-Konto auf der Paketfreigabe (Abschnitt 3.3).
Agent Die Agent-MSI aus dem Portal (Downloads).

3.1 Portal vorbereiten

Auf der Seite Globale Konfiguration → Agent-Registrierung (nur für Voll-Administratoren):

  1. In der Karte Rollout-Token den Schalter Schlüsselbasierter Zugang einschalten. Solange er aus ist, werden jede Registrierung und alle ausgegebenen Schlüssel abgewiesen.
  2. Ein Token anlegen: Name (z. B. „Rollout Standort Hannover"), Gültig (Tage) – vorbelegt mit 14, erlaubt sind 1 bis 365 – und Erstellen. Der Dialog zeigt den Tokenwert (beginnt mit zpe_) und die fertige Installationszeile (Mit dem Installer ausrollen); die Gruppenrichtlinien-Variante ist nur für domänengebundene Geräte gedacht.
  3. Tokenwert anzeigen blendet den Wert später erneut ein – in einer Hochverfügbarkeits-Installation nur auf dem Knoten, auf dem das Token erstellt wurde.
  4. Die Tabelle zeigt je Token, ob sein Registrierungsfenster offen oder geschlossen ist und bis wann es gilt. Für 14 Tage wieder öffnen verlängert ein abgelaufenes Fenster und behält den Tokenwert; Öffnen/schließen schaltet das Fenster von Hand.

Per PowerShell (Modul des Servers): Get-, New-, Set-, Remove-ZeroPortalEnrollmentToken sowie Get- und Set-ZeroPortalApiClient.

3.2 Agent installieren

Die Zeile aus dem Token-Dialog enthält die Portal-URL, das Token und die drei Sync-Schalter, die ab Werk aus sind. Für ein selbstsigniertes Portalzertifikat hängen Sie TRUSTCERT=1 an, für eine stille Installation /qn:

msiexec /i ZeroPortalAgent.msi SERVER=https://portal.firma.tld:8080 ENROLLTOKEN=zpe_... MSIXSYNC=1 POLICYSYNC=1 TRUSTCERT=1 /qn

APPVSYNC=1 können Sie weglassen – App-V ist auf solchen Geräten nicht nutzbar. Die Schalter sind dauerhaft: Ein späteres Update ohne die Parameter nimmt sie nicht zurück.

Zertifikat. Mit TRUSTCERT=1 installiert der Dienst beim ersten Maschinen-Sync ein Portalzertifikat, dessen Kette nicht validiert, in die vertrauenswürdigen Stammzertifizierungsstellen des Computers (Trust on first use – nur für Server aus der eigenen Serverliste; ein regulär gültiges Zertifikat wird nie angefasst; Ereignis 2013). Alternativ importieren Sie das Zertifikat von Hand in den Computerspeicher – die vertrauenswürdigen Sites des Browsers genügen nicht. Nachträglich: Set-ZPAgentConfiguration -TrustServerCertificate $true.

Was danach passiert. 30 Sekunden nach dem Dienststart läuft der erste Maschinen-Sync: Der Agent fordert mit dem Token einen Maschinenschlüssel an (Ereignis 2510), das Gerät erscheint unter Bekannte Clients. Beim Benutzer-Sync holt sich ein lokales Benutzerkonto einen eigenen Schlüssel und erscheint unter Bekannte Benutzer als benutzer@gerätename.

3.3 Lese-Konto und Paketfreigabe

Das Gerät kann die Paketfreigabe nicht mit einer Domänenidentität lesen. Richten Sie keinen anonymen Zugriff ein, sondern ein lokales Konto auf dem Dateiserver, das ausschließlich lesen darf.

  1. Lokales Konto auf dem Dateiserver anlegen (z. B. PackageShare_RO, Kennwort läuft nie ab):

Lokales Lese-Konto auf dem Dateiserver

  1. Diesem Konto im Paketordner das NTFS-Recht Lesen, Ausführen geben. Auf Freigabeebene reicht der Eintrag Jeder aus dem Administrationshandbuch (Kapitel 3, „Paketfreigabe einrichten“):

Eigenschaften der Paketfreigabe

3.4 Richtlinie: SMB-Verbindung mit Zugangsdaten

Die Verbindung zur Freigabe baut der Agent über eine Laufwerks-Richtlinie auf. Die SMB-Sitzung gilt für die ganze Anmeldesitzung; die Paketbereitstellung erreicht den UNC-Pfad damit, ohne dass ein Laufwerk im Explorer erscheinen muss.

  1. Unter Richtlinien mit Neuer Satz einen Richtliniensatz anlegen, z. B. „APIClients":

Neuer Richtliniensatz

Satz „APIClients" anlegen

  1. Den Geltungsbereich mit Bereich bearbeiten auf die Zielgeräte einschränken, z. B. per Computername mit Platzhalter (* und ?). Der Filter wird lokal ausgewertet und braucht kein Active Directory:

Geltungsbereich des Satzes

Filter Computername mit Platzhalter

  1. Richtlinie hinzufügen → Vorlage Laufwerke verbinden:

Richtlinie hinzufügen

  1. Den Laufwerkseintrag so füllen:

Laufwerks-Richtlinie mit Zugangsdaten

Feld Wert Anmerkung
Aktion Aktualisieren (verbinden oder aendern) Vorbelegung
Laufwerksbuchstabe leer Ohne Buchstaben wird nur die SMB-Sitzung aufgebaut.
UNC-Pfad \\fileserver\pakete$ Derselbe Servername wie im Paket-Repository des Portals.
Anwendung (Sync/Async) Synchron (Sync wartet) Zwingend: So steht die Verbindung, bevor die Pakete bereitgestellt werden (Abschnitt 4.5).
Benutzername (optional) FILESERVER\PackageShare_RO Das Lese-Konto
Passwort (optional) ●●● Wird beim Speichern verschlüsselt abgelegt
  1. Den Satz auf Aktiv schalten. Beim nächsten Benutzer-Sync steht im Agent-Log:

INF [2614] Policy SMB session established: \\fileserver\pakete$

Sicherheit. Das Passwort wird verschlüsselt gespeichert und übertragen, aber jedes Gerät, das die Richtlinie erhält, kann es lesen – Verschleierung, keine Geheimhaltung (dieselbe Lektion wie cpassword in Gruppenrichtlinien). Deshalb gehört in diese Richtlinie ausschließlich ein Konto mit reinen Leserechten, niemals ein privilegiertes; mit Leserechten auf Paketdateien ist es kein lohnendes Ziel.

3.5 Pakete berechtigen und prüfen

INF [2614] Policy SMB session established: \\fileserver\pakete$ INF [2400] AddPackage (current user): file://fileserver/pakete$/MSIX/... INF [2519] User sync done — installed=1 ... - Tray: Die Karte zeigt den Fortschritt. Minutenlange Installationen ohne Internetzugang erklärt Bekannte Fehlerbilder.

4. Regeln: wann wirkt was

4.1 Schlüsselmodell

4.2 Token-Fenster

4.3 Deaktivieren oder Löschen

Unter Bekannte Clients gibt es zwei Eingriffe, die sich deutlich unterscheiden:

Schlüssel aktivieren/deaktivieren Client und Schlüssel löschen
Wirkung Das Portal weist den Schlüssel sofort ab; das Gerät bleibt gelistet. Zeile, Schlüssel und alle Zuweisungen (Paketberechtigungen, Portalgruppen-Mitgliedschaften, Modulrechte) werden entfernt.
Berechtigungen bleiben erhalten gehen verloren
Rückweg Wieder aktivieren – das Gerät läuft weiter. Das Gerät registriert sich nicht von selbst neu: Es sendet weiter seinen alten Schlüssel, das Portal lehnt ihn ab, der Sync schlägt fehl.

Deaktivieren ist der Griff für „vorübergehend aussperren", Löschen das Aufräumen für Geräte, die nicht wiederkommen. Das Löschen eines registrierten Benutzers unter Bekannte Benutzer entfernt ebenfalls dessen Schlüssel.

Soll ein gelöschtes Gerät wieder registriert werden, entfernen Sie den Schlüssel lokal – ein Cmdlet gibt es dafür nicht:

reg delete HKLM\SOFTWARE\NickIT\ZPAgent\Auth /v ApiKey /f
Restart-Service ZeroPortalAgent

Der Maschinen-Sync nach dem Neustart registriert das Gerät neu, sofern das Token noch gespeichert und sein Fenster offen ist. Für einen Benutzerschlüssel löschen Sie im Kontext des Benutzers den Wert ApiKey unter HKCU\SOFTWARE\NickIT\ZPAgent\Auth und stoßen den Benutzer-Sync an (Tray-Symbol oder Sync-ZPAgentPublishingServer -Method User).

4.4 Grenzen

4.5 Reihenfolge im Benutzer-Sync

Der Benutzer-Sync verarbeitet zuerst die Richtlinien, dann die Pakete. Laufwerke mit Synchron (Sync wartet) werden innerhalb des Richtlinienlaufs verbunden, asynchrone in einer Hintergrundspur mit 120-Sekunden-Wächter, auf die die Paketbereitstellung nicht wartet. Deshalb muss das Laufwerk mit den Zugangsdaten synchron sein. Die Agent-Einstellung Policy/AsyncDrivesPrinters = 0 schaltet die Hintergrundspur ganz ab.

4.6 Lizenz

Registrierte Geräte und Benutzer zählen wie Domänenclients im 90-Tage-Fenster der Lizenzierung; 30 Lizenzen sind enthalten. Ist keine Lizenz frei, lehnt das Portal die Lizenzbuchung ab, liefert aber weiter aus. Der Agent fragt alle vier Stunden erneut nach und zeigt dem Benutzer jedes Mal einen Hinweis. Details in Benutzer, Rechte, Lizenzen und Protokolle.

5. Betrieb und Fehlersuche

Wo Sie nachsehen:

Symptom Ursache Abhilfe
Gerät erscheint nicht unter Bekannte Clients; Agent-Log ohne Ereignis 2510 Kein Token auf dem Gerät (ENROLLTOKEN vergessen) Token nachtragen (MSI erneut mit ENROLLTOKEN= oder Registrierungswert setzen, Anhang) und Dienst neu starten
Gerät erscheint nicht; Portal-Log Enrollment: refused … no enabled token matched Tokenfenster geschlossen oder abgelaufen, oder Tokenwert falsch kopiert Für 14 Tage wieder öffnen; Wert über Tokenwert anzeigen vergleichen
Gerät erscheint nicht; Token-Dialog zeigt die Warnung Schalter Schlüsselbasierter Zugang aus Schalter einschalten
Ereignis 3505/3506 „No publishing server reachable" Portal nicht erreichbar: Namensauflösung, Port oder Zertifikat hosts-Eintrag bzw. DNS und Port prüfen; TRUSTCERT=1 oder Zertifikat in den Computerspeicher importieren
Ereignis 3504 „Publishing server list is EMPTY" SERVER= bei der Installation vergessen Add-ZPAgentPublishingServer oder MSI erneut mit SERVER=
Ereignis 3504 „answered with an error", Portal-Log ApiKey: rejected request Schlüssel deaktiviert, Client gelöscht oder Schalter aus Schlüssel aktivieren; nach Löschung Schlüssel lokal entfernen (Abschnitt 4.3)
Benutzer erscheint nicht unter Bekannte Benutzer Domänenkonto angemeldet (erhält keinen Schlüssel), oder Benutzer-Sync noch nicht gelaufen Lokales Konto verwenden; Benutzer-Sync über das Tray-Symbol auslösen
Ereignis 4613, Meldung „error 1219" Windows hält bereits eine SMB-Sitzung mit anderen Zugangsdaten zum selben Server net use * /delete oder ab- und wieder anmelden
Ereignis 4613 mit anderem Fehler Lese-Konto, Kennwort oder UNC-Pfad falsch; Freigabe- oder NTFS-Recht fehlt Zugangsdaten auf dem Dateiserver testen; beide Berechtigungsebenen prüfen
Bereitstellung scheitert an der Quelle, Ereignis 2614 fehlt Laufwerks-Richtlinie greift nicht: Satz nicht Aktiv, Geltungsbereich trifft nicht, oder Anwendung steht auf Asynchron Satz und Filter prüfen; Synchron (Sync wartet) setzen
Bereitstellung scheitert an der Quelle, Ereignis 2614 vorhanden Servername in der Richtlinie weicht vom Paket-Repository ab, oder das Lese-Konto darf den Paketordner nicht lesen Gleichen Servernamen verwenden; NTFS-Recht auf den Paketordner prüfen
Bereitstellung dauert mehrere Minuten (Ereignis 3410) Signaturprüfung wartet auf Internet Bekannte Fehlerbilder
Hinweis „keine Lizenz frei" alle vier Stunden Lizenzfenster ausgeschöpft Lizenzen prüfen; die Pakete werden trotzdem ausgeliefert

6. Anhang: Technische Referenz

Registrierung auf dem Gerät

Schlüssel Wert Inhalt
HKLM\SOFTWARE\NickIT\ZPAgent\Auth EnrollmentToken Rollout-Token im Klartext (aus ENROLLTOKEN)
HKLM\SOFTWARE\NickIT\ZPAgent\Auth ApiKey Maschinenschlüssel, DPAPI-geschützt (Maschine)
HKCU\SOFTWARE\NickIT\ZPAgent\Auth ApiKey Benutzerschlüssel, DPAPI-geschützt (Benutzer)
HKLM\SOFTWARE\Policies\NickIT\ZPAgent\Auth EnrollmentToken Token per Gruppenrichtlinie; hat Vorrang vor dem lokalen Wert
HKLM\SOFTWARE\NickIT\ZPAgent\Agent TrustServerCertificate (DWORD 1) Entspricht TRUSTCERT=1
HKLM\SOFTWARE\NickIT\ZPAgent\Servers\1 Url, Name Publishing-Server aus SERVER=

Gruppenrichtlinie (nur für domänengebundene Geräte): Computerkonfiguration → Administrative Vorlagen → NickIT → ZeroPortal Agent → Authentifizierung → Registrierungstoken; ADMX-Vorlage unter C:\Program Files\NickIT\ZeroPortalAgent\admx.

Ereignisse im Agent-Log

ID Bedeutung
2013 Portalzertifikat in den Stammspeicher des Computers übernommen (TRUSTCERT)
2014 Zertifikatsprüfung eines Servers fehlgeschlagen
2510 Registrierung erfolgreich, Schlüssel gespeichert (Maschine oder Benutzer)
2511 Registrierungsversuch fehlgeschlagen (als Warnung; als Info meldet dieselbe ID Paketvorgänge)
2614 SMB-Sitzung aufgebaut bzw. Laufwerk verbunden
4613 Laufwerks-Richtlinie fehlgeschlagen (z. B. Fehler 1219)
2400 Paketinstallation im Benutzerkontext gestartet
2519 Benutzer-Sync abgeschlossen
2530 Lizenzmeldung des Portals (z. B. keine Lizenz frei)
3410 Bereitstellung dauerte länger als der Schwellwert
3504 Maschinen-Sync: kein Server konfiguriert, oder ein Server antwortete mit Fehler
3505, 3506 Maschinen-Sync: kein Server erreichbar (Wiederholung / Offline-Stand)
3514–3516 Dasselbe für den Benutzer-Sync